Weißtannen im Herrschaftsholz
Tannen auf dem Gebiet der im Herrschaftsholz beantragten Kiesgrube. Im Vordergrund der frisch "gepflegte" Graben, an dessen Rande letztes Jahr noch bunter Hohlzahn wuchs.
erstellt am 01.08.2020

Tannen sind in unseren forstlich geprägten Wäldern ein eher seltener Anblick. Gleich dreißig davon - eine jede mit über zwei Meter Stammumfang - machen schon einen stattlichen Eindruck. Und es sind wirklich Tannen, das sieht man an den zwei weißen Streifen an der Unterseite der Nadeln im Bild 1.

Nun stehen diese Tannen in dem Gebiet, für das die Firma Kies und Sand Maselheim einen Antrag gestellt hat, dort eine neue Kiesgrube zu baggern. In dem Antrag stehen die Tannen freilich nicht. An dem Ort, wo die Tannen stehen, steht im Antrag einmal Fichten (Bild 2), ein andermal Eichen (Bild 3) und einmal "Mischbestand aus Laub- und Nadelbäumen" (Bild 4).

Letzteres stimmt sogar: Tannen sind Nadelbäume und dazwischen stehen einige Laubbäume, hauptsächlich Ahorn. In einem Ahorn wohnen sogar Hornissen (Bild 5).

abies alba
Bild 1
Tannenzweig
14.07.2020
Karte Waldentwicklung
Bild 2
Abbauantrag A 1
Seite 31
D1 Anhang Karten
Bild 3
D.1 Anhang Karten
Seite 1
Karte Bestand
Bild 4
A.1.2 Bestand
Legende eingefügt
silybum marianum
Hornisse
am Nest
27.07.2020

Der Antrag, aus diesem Wald eine Kiesgrube zu machen, sollte nicht genehmigt werden. Den Wald wegbaggern verstößt gegen den Geist aller Klimaschutzgesetze. Außerdem enthält der Antrag viele Fehler. Einer davon sind die fälschlich als Fichten bezeichneten Tannen.

Quellen:
Die Antragsunterlagen stehen im UVP-Portal. Dort Kiesabbau in das Suchfeld eingeben, dann bei "Bundesländer" Baden-Württemberg auswählen. Die Bezeichnung lautet "Kiesabbau Herrschaftsholz".
Deep Links für die einzelnen Dokumente:
Bild 2 , Bild 3 , Bild 4
Bilder 1 und 5 eigene Fotos